Heinz-Peter Schultheiss
Kardiomyozyten können durch direkte Virusschädigung, die antivirale Immunreaktion oder eine echte Autoimmunschädigung zerstört werden. Neben einer optimalen Herzinsuffizienztherapie ist die durch Biopsie nachgewiesene spezifische immunmodulatorische Behandlung der zugrundeliegenden pathophysiologischen Mechanismen die wichtigste Säule der Behandlung von Myokarditis und entzündlicher Kardiomyopathie (CMi). Chronische Virusinfektionen des Herzens (hauptsächlich Parvovirus B19, Humanes Herpesvirus (HHV) 6, Coxsackieadenovirus, Ebstein-Barr-Virus, Zytomegalievirus und Hepatitisvirus) gelten als ein Vorläuferereignis, das zu einer fortschreitenden Funktionsstörung des Myokards führt, oft mit einer schlechten Prognose aufgrund einer virus- oder immunvermittelten Myokardschädigung. Die Wirksamkeit der antiviralen Therapie wurde in jüngsten Studien nachgewiesen, die zeigten, dass Enterovirus-/Adenovirus-positive Patienten von einer antiviralen Therapie mit Interferon beta-1b profitieren, während es für Patienten mit einer Parvovirus-B19-Infektion keine etablierte Therapie gibt.